Black stories sind knifflige, morbide, rabenschwarze Geschichten, die sich so oder ähnlich zugetragen haben könnten. In einer Runde verschworener Black Story-Fans nehmen sie schnell Form an. Manchmal geht es ganz schnell: zwei, drei Fragen und schon ist man auf der richtigen Fährte. Aber oft beißt man sich auch die Zähne an einer vermeintlich leichten Geschichte aus. In den letzten Jahren sind black stories immer populärer geworden. Alleine in Deutschland gibt es mehrere Begriffe für diese Geschichten: Denkpuzzles, laterale Rätsel, Mysteries, Rätsel-Krimis. Aber garantiert “schwarz” sind nur black stories.
Spielanleitung
Am meisten Spaß macht es, black stories zusammen mit Freunden zu knacken. Einer, der Gebieter, nimmt eine Karte aus dem Stapel, liest die Geschichte vor, die auf der Vorderseite der Karte steht, und fragt: “Warum wohl?”. Auf der Rückseite der Karte findet der Gebieter die Antwort, die er natürlich für sich behält. Die Antwort, d.h. die Auflösung der Black Story, erlaubt, alle Fragen, die das Ratevolk stellt, zu beantworten. Dabei muss es alle Fragen so formulieren, dass der Gebieter mit “ja” oder “nein” antworten kann. Mit Geschick und Ausdauer nähert sich das Ratevolk so langsam des Rätsels Lösung. Natürlich kommt es immer wieder vor, dass das Ratevolk völlig im Dunkeln tappt und Fragen formuliert, die… …prinzipiell nicht mit ja oder nein beantwortet werden können, wie z.B. die Frage: “War der Mann groß oder klein?”. Bei solchen Fragen muss der Gebieter auf eine neue Formulierung bestehen. …keine einfache ja/nein Antwort erlauben, da falsche Annahmen getroffen wurden, wie z.B. die Frage: “War der Mann groß?”, wenn es sich in der Black Story um keinen Mann, sondern um ein Tier handelt. In diesem Fall weist der Gebieter das Ratevolk großmütig darauf hin, dass der Frage falsche Annahmen zu Grunde liegen. …auf Abwege führen, wie z.B. die Frage: “War der Mann vorher in der Kirche?” Wenn es keine Rolle spielt, ob der Mann vorher in der Kirche war oder nicht, kann eine Frage völlig in die Irre führen. Natürlich ist das im Einzelfall schwer zu entscheiden und manchmal macht es auch Spaß, die anderen zappeln zu lassen. Ein milde gestimmter Gebieter wird das Ratevolk darauf hinweisen, dass die Frage nichts zur Sache tut. Der Gebieter hat immer Recht. Das ist besonders dann wichtig, wenn das Ratevolk der Meinung ist, die Geschichte könnte sich auch anders zugetragen haben. Die Antwort auf der Rückseite der Karte ist die einzige richtige Lösung.
Beispiele:
Als das Licht flackerte wusste Stefan, dass er zu spät kam.
Lösung:
Stephan war Anwalt eines zum Tode Verurteilten. Letztendlich hatte er seine Begnadigung erwirkt, doch leider kam er zu spät. Das Licht flackerte, weil der “elektrische Stuhl” bereits aktiviert worden war.
Da der Mond mit all seiner Kraft wirkte, erfuhr Heidi nicht, wer der Mörder war.
Lösung:
Die Frau lag am Strand und fing an, einen Krimi zu lesen. Sie war eingeschlafen, als die Flut das Buch für immer mitnahm.
Tino stieg in ein Taxi. Als der Fahrer ihm am Bahnhof die Tür öffnete, fiel er tot aus dem Wagen.
Lösung:
Ein Spinnenliebhaber hatte seine hochgiftige Spinne im Taxi vergessen.
Tino, der nächste Fahrgast, erblickte das Tier, geriet in Panik und wurde sogleich gebissen.
Véronique lag tot inmitten eines Roggenfeldes. Hinter ihr lag ein Paket. Weit und breit keine Spuren.
Lösung:
Véronique, eine leidenschaftliche Fallschirmspingerin, hatte Pech gehabt.
Diesmal ließ sich ihr Schirm absolut nicht öffnen.
Eine Frau geht in den fahrstuhl um nach oben in die Wohnung zu fahren, in der ihr Mann ist. Die Türen schließen sich und plötzlich weiß die Frau genau, dass ihr Mann Tod ist. Warum?
Lösung:
Ihr Mann hat eine Lungenkrankheit und hat deshalb einen Apparat der ihn immer künstlich beatmet. Als die Frau gerade in den Aufzug steigen will bemerkt sie das Stromausfall ist. Sie weiß also auch, dass das Atmungsgerät ihres Mannes ohne Strom versagt und er so sterben wird.
Ein Einbrecher war in einem Gebäude. Obwohl dieses gut bewacht war, gelang es ihm hinein zu kommen ohne Alarm auszulösen. Er hielt sich lange in dem Gebäude auf und ging dann wieder. Auch dabei wurde kein Alarm ausgelöst. Wäre er aber nicht so lange geblieben, so wäre er beim Verlassen des Gebäudes gescheitert. Wo war dieser Einbrecher?
Lösung:
Der Einbrecher war da wo er hingehört, im Gefängnis.
Ein Bauer war gerade auf seinem Feld, als ein Pferd auf ihn zukam. Sekunden später war er spurlos verschwunden. Wie ist das möglich?
Lösung:
Schachspiel: Pferd schlägt Bauer.
Herr Maier fuhr in seinem Auto gemächlich auf der Autobahn, als ihm plötzlich völlig unerwartet ein anderes Auto entgegen kam, dem er nicht mehr ausweichen konnte. Es kam zum Zusammenstoß, bei dem er aber nur leicht verletzt wurde. Der Geisterfahrer wurde allerdings in seinem Auto eingeklemmt, und konnte erst nach Stunden befreit werden. Dennoch hat er überlebt. Obwohl nur die beiden Autos in den Unfall verwickelt waren, gab es trotzdem einen Toten. Beide Autos hatten keine Beifahrer dabei, aber wer ist der Tote?
Lösung:
Herr Maier selbst war der Geisterfahrer. Er fuhr auf der Autobahn in die falsche Richtung, als ihm ein anderes (richtig fahrendes) Auto entgegen kam. Es kam zum Zusammenstoß, bei dem er aber nur leicht verletzt wurde. Allerdings wurde er in seinem Auto eingeklemmt und konnte erst nach Stunden befreit werden. Dennoch hat er überlebt (denn er war ja nur leicht verletzt). Bei allen diesen Angaben ist also von der selben Person die Rede. Der Fahrer im anderen Auto hatte weniger Glück. Er war sofort tot.
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