Kino, Kino, Kino

Es ist Wochenende und nachdem heute alle Dank des schönen Wetters etwas früher heimdurften, kann man doch jetzt schon Mal Pläne für’s Wochenende schmieden. Wie wäre es zum Beispiel mit Kino?
Egal ob mit Freunden, der Liebe Deines Lebens oder irgendwelchen Irren – Kino lohnt sich. Gerade jetzt. Wir haben für Dich drei aktuelle Filme genauer unter die Lupe genommen.

A Nightmare on Elm Street
USA, 2010, 95 min.
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Genre: Horror
Mit: Kyle Gallner, Rooney Mara, Jackie Earle Haley

Der Mann ihrer Träume ist für Nancy (Rooney Mara) eine Schreckgestalt. Im Schlaf verfolgt ein Mann mit verbranntem Gesicht und einem mit Messern besetzten Handschuh die Jugendliche. Nachdem ihre Freunde Dean (Kellan Lutz) und Kris (Katie Cassidy), die an den gleichen Alpträumen litten, im Schlaf gestorben sind, ahnt Nancy, dass ihre Träume lebensgefährlich sind. Mit ihrem Schulkameraden Quentin (Kyle Gallner) sucht sie nach einem Ausweg, bevor sie einschlafen und ihr schlimmster Alptraum wahr wird: Freddy Krueger (Jackie Earle Haley).

In den Anfangs- und Endszenen seines Originalfilms verzerrte Craven die Vorstadtwelt Nancys und ihrer Gefährten in ein Heile-Welt-Ideal von alptraumhafter Perfektion. Der surreal schimmernde, in Weichzeichner getränkte Mikrokosmos schien nur auf ein Monster zu warten. Freddy Krueger erfüllt diese uneingestandene Sehnsucht. Die Gewalt bricht aus dem Inneren der Elm Street hervor, die im Filmtitel unmittelbar mit dem Schrecken assoziiert wird. Instinktiv wissen die spielenden Kinder darum, wenn sie Freddy Krueger wie den schwarzen Mann besingen: “…drei, vier, verriegle deine Tür”. Regisseur Samuel Bayer beruft sich in seinem Remake auf diesen unterschwelligen Horror, wenn er Freddys Vorgeschichte neu erzählt. Als die adretten Vorstädter, die in der Elm Street leben, den Kindergartengärtner Freddy Krueger des Kindesmissbrauchs verdächtigen, besinnen die sich auf die amerikanische Tradition des Lynchens und verbrennen Krueger in einem alten Fabrikgebäude. Den Mord motiviert nicht nur Wut, sondern Scham darüber, dass die eigenen Kinder zu Opfern wurden. “Unsere Kinder werden vor Gericht stehen und bis ins Detail erzählen, was er mit ihnen angestellt hat”, droht Quentins Vater den anderen Eltern, bevor die moderne Hexenjagd in eine Verbrennung mündet. Ihr Verbrechen verleugnen die Eltern vor den Kindern ebenso wie Freddys Taten und verhindern somit deren Verarbeitung.

Der Schlaf der Vernunft gebiert Monster. Freddy ist ein solches. Darauf verweist das Caprichio Goyas, welches Quentin bei einer Online-Recherche über Schlaflosigkeit entdeckt; daneben Goyas “Saturn verspeist seine Kinder” – die Sünden der Eltern werden an den Kindern heimgesucht. Das Erlebte dringt in Gestalt Freddys aus dem kollektiven Unterbewusstsein hervor. Mit einem Besuch beim Psychologen begannen die Alpträume, berichtet Kruegers erstes Opfer. Freddys verkohltes Gesicht ist die Narbe, welche auf der ausgebrannten Vergangenheit zurückgeblieben ist. “Ich werde von deinen Erinnerungen angetrieben”, sagt er einem Opfer. Diesen Subplot unterminiert jedoch Bayers paradoxe Schlusswendung. Das Verbrechend der Eltern wird gerechtfertigt und mit seiner Wiederholung durch die Kinder sanktioniert. Wie in seinen vorangegangenen Horror-Remakes schwächt Produzent Bay Gesellschaftskritik und Sexualität in der Neuverfilmung ab. Der Nightmare on Elm Street ist der einer jungen Generation, welche reaktionärer ist als ihre Eltern: “…fünf, sechs, nimm ein Kruzifix”. “Jetzt holt er die Hex´”, geht der Kinderreim in der übersetzten Originalversion weiter. Ein Verweis auf Kruegers Verwurzelung in der Märchen- und Nachtwelt, die in Kinderträumen ersteht: “…sieben, acht, schlaf´ nicht ein bei Nacht.” Bayer assoziiert Krueger hingegen mit dem Kinderfänger im “Pied Piper of Hamelin”. Krügers gestreifter Pullover wird zum Pendant des bunt gestreiften (engl.: pied) Gewandes, welches der Gestalt ihren Namen gibt.

Erwartungsgemäß ist die Neuverfilmung nicht besser als Cravens Werk, jedoch auf eigene Weise gelungene Unterhaltung. Mehr als von den ausgefeilteren Spezialeffekten profitiert sie von der bedrohlichen Präsenz Jackie Earl Haleys. Der Rohrschach aus The Watchmen erweist sich als würdiger Nachfolger des klassischen Freddy-Krueger-Mimen Robert Englund. Bayer taucht Haley und seine Bilder in das trübe Zwielicht, in das er einst einen anderen toten Streifenpullover-Träger hüllte: Kurt Cobain in dem Musikvideo zu “Smells like Teen Spirit”, Bayers bisher bekanntester Arbeit. Letzte ist nun A Nightmare On Elm Street, der einer neuen Generation Alpträume bereitet: “…neun, zehn, wir wollen nicht schlafen geh´n.”

StreetDance 3-D
Großbritannien, 2010, 103 min.
FSK: Freigegeben ohne Altersbeschränkung
Genre: Tanzfilm
Mit: Richard Winsor Charlotte Rampling Nichola Burley

Filmbeschreibung
Carly (Nichola Burley) ist am Boden zerstört, als ihr Freund Jay (Ukweli Roach) sie und ihre Dancecrew sitzen lässt. Kurz vor dem Finale der Britischen Meisterschaft im Streetdance stehen sie nun ohne fertige Choreografie da. Zu allem Unglück bleibt ihr auch noch der Zugang zu den gewohnten Proberäumen verwehrt, so dass die sonst so optimistische Carly an sich und ihren Qualitäten als Teamchefin zu zweifeln beginnt. Der Zufall will jedoch, dass die berühmte Ballettlehrerin Helena (Charlotte Rampling) Carly und ihre Crew in Aktion sieht. Vom Enthusiasmus und den Fähigkeiten der Tänzer beeindruckt, unterbreitet sie ihnen folgenden Vorschlag: Carly und die Crew dürfen einen der perfekt ausgestatteten Proberäume der renommierten Royal Dance School benutzen, jedoch nur unter der Bedingung, dass sie einige von Helenas Ballettschülern in ihr Team und ihre Choreografie integrieren. Carly ist zunächst alles andere als begeistert, aber im Hinblick auf den nahenden Finalkampf willigt sie schließlich ein. Schon bei der ersten gemeinsamen Probe zeigt sich jedoch, dass ihre Zweifel nicht unbegründet waren: Während die Ballettschüler den lässigen Stil der Streetdancer ablehnen, ärgern die sich über die statisch-unnahbaren Bewegungen der Spitzentänzer, die ganz und gar nicht zum Streetdance zu passen scheinen. Mit der Zeit kommt es jedoch zur Annäherung zwischen diesen beiden Welten, und Carly entdeckt ihre Zuneigung zu Balletttänzer Tomas (Richard Winsor). Eine Zusammenarbeit scheint schließlich möglich, doch der Ausgang des Experiments bleibt ungewiss. Eine schwierige Situation, steht für die Crew doch der Meistertitel und für die Eleven die Aufnahme in das Royal Ballet auf dem Spiel.

Sex and the City 2
USA, 2010, 146 min.
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Genre: Liebeskomödie
Mit: Sarah Jessica Parker Kim Cattrall Chris Noth Cynthia Nixon Kristin Davis

Filmbeschreibung
Carrie (Sarah Jessica Parker) und Big (Chris Noth): Das ist die große Liebe. Zwei Jahre sind vergangen, seit die Beiden in New York vor den Traualtar traten, ihr Luxusapartment mit dem riesigen Schuhschrank bezogen und den Weg in eine glückliche Zukunft bis an ihr Lebensende antraten. Doch jetzt ist irgendwie die Luft raus. Die Erkenntnis schleicht sich nach der Hochzeit von Stanford (Willie Carson), Carries bestem Freund, ganz unvermeidlich ein: Gefangen zwischen der sexuell aktiven Samantha (Kim Cattrall) und ihrem ungestümen Lover auf der einen Seite und Charlotte (Kristin Davis), Harry (Evan Handler) und ihren weinenden Kindern auf der anderen, wird deutlich, dass etwas fehlt. Eine Luftveränderung muss her. Passenderweise hat Samantha für sich und ihre Freundinnen einen Traumurlaub in Abu Dhabi gebucht. Mit dem Flugzeug quer über den Atlantik, und dann nichts wie ab mit dem Jeep in die Wüste. Hier wartet auf Carrie, Samantha, Charlotte und Miranda (Cynthia Nixon) ein wahres Urlaubsparadies in Palastform. Bei Cocktails am Pool und Wüstentouren hoch zu Kamel kommen die Mädels ins Schwitzen und Träumen. War es die Nachtigall oder doch die Lerche, die Carrie mitten im Nirgendwo auf Aidan (John Corbett) treffen lässt? Abu Dhabi offenbart den New Yorkerinnen Lust und Frust und führt sie in Versuchung…

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