Bald bekommen auch wir wieder unsere Zeugnisse. Für viele Schüler mit guten Noten bedeutet das ein kleines oder auch größeres zusätzliches Taschengeld – andere jedoch bekommen nichts. Geld als Belohnung ist in vielen Familien absolut üblich, aber es gibt auch Eltern, die das strikt ablehnen. Welcher Weg ist pädagogisch sinnvoll?
Ein Großteil der Erziehungsexperten steht Geldprämien zum Beispiel für besonders gute Noten auf dem Zeugnis skeptisch gegenüber. Ein Problem ist die Ungleichbehandlung der Schüler. Kinder mit schwächeren Noten werden gewissermaßen doppelt bestraft: Zu Hause setzt es in vielen Fällen nicht nur eine Standpauke, sondern sie gehen zudem auch noch leer aus, während Mitschüler womöglich schon bald mit ihren Anschaffungen prahlen, die sie mithilfe ihrer Zeugnis-Belohnung finanziert haben. Noch kritischer sieht es in Familien mit mehreren Kindern aus: Gelingt es einem Kind ohne große Schwierigkeiten Bestnoten zu erreichen und das zweite muss sich bereits für durchschnittliche Noten gehörig anstrengen, stellt sich die Frage, ob es fair ist, das erste besser zu belohnen. Sinnvoller ist es stattdessen, beide Kinder – unabhängig von den konkreten Noten – ihre Anstrengungen zum Beispiel mit einem gemeinsamen Ausflug oder einem Besuch in der Eisdiele zu honorieren.
Der Lerneffekt bleibt aus
Doch das Bonus-Taschengeld wird von Pädagogen auch noch aus einem anderen Grund abgelehnt: Kürzungen etwa als Bestrafung für schlechte schulische Leistungen oder kurzzeitige Erhöhungen als Belohnung verhindern den Lerneffekt des selbstverantwortlichen Umgangs mit Geld. Für Kinder ist es wichtiger den regelmäßigen Umgang mit Geld zu verinnerlichen als das Prinzip, dass Leistung eine Belohnung mit sich bringen kann. Dabei übernimmt das Taschengeld eine ganz entscheidende Rolle.





